Die Durchsetzung standard-essentieller Patente – eine Bestandsaufnahme

Von Dr. Markus Gampp LL.M. und Dr. Constanze Krenz (geb. Linnebach)

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied im Juli 2015 in einem lang erwarteten Urteil, wann der Inhaber eines standard-essentiellen Patents (SEP) seine Rechte an diesem Patent durchsetzen kann, ohne Europäisches Kartellrecht zu verletzen.

Grundsätzlich ist der Inhaber eines SEPs verpflichtet, sein Patent zu fairen, angemessenen und nicht diskriminierenden (FRAND) Bedingungen zu lizenzieren. Es ist dem SEP-Inhaber daher nicht möglich, die Rechte an seinem Patent durchzusetzen, ohne zuvor Anstrengungen im Hinblick auf den Abschluss eines FRAND-Lizenzvertrags unternommen zu haben. Mit seiner Grundsatzentscheidung wich der EuGH in wesentlichen Punkten von der bisherigen deutschen Rechtsprechung ab, nahm jedoch zu einigen offenen Punkten keine Stellung. Es blieb daher abzuwarten, wie die deutschen Gerichte die Rechtsprechung des EuGH in dieser Sache umsetzen würden. Wie die nachfolgenden Ausführungen aufzeigen werden, gibt es in der Rechtsprechung der Instanzgerichte in einigen Punkten erhebliche Unterschiede. Obwohl daher die Entscheidung des EuGH auf eine Vereinheitlichung der Anforderungen an die Beteiligten im Zusammenhang mit der Durchsetzung von SEPs abzielte, blieben Fragen unbeantwortet und/oder wurden von den nationalen Gerichten in unterschiedlicher Weise beantwortet.

Wir werden im Folgenden im Rahmen von FAQ die typischen Fragen aufzeigen und beantworten, die sich bei der Durchsetzung von SEPs stellen, insbesondere wenn ein Unternehmen mit der angeblichen Verletzung eines SEPs konfrontiert wird. Die FAQ können jedoch nur einen ersten Eindruck vermitteln, welche Anforderungen die Rechtsprechung an das Verhalten der beteiligten Parteien stellt, können jedoch eine genaue Analyse der Umstände des Einzelfalls nicht ersetzen.

Hier finden Sie den kompletten Artikel.

 

The enforcement of standard essential patents in Germany – a stocktaking

In July 2015, the European Court of Justice (CJEU) issued a long-awaited judgment answering questions as to the requirements an owner of a standard essential patent (SEP) is able to enforce its SEP without a breach of European Antitrust Law. As the owner of an SEP basically has the obligation to license its SEP under fair, reasonable and nondiscriminatory (FRAND) conditions, it is not in any way possible for the owner to enforce its SEP without taking any prior effort in entering into a FRAND license agreement. Given that this landmark ruling deviated substantially from the German courts’ previous case law and that it still left a number of issues unaddressed, it was unclear at the time how the national courts were going to implement the CJEU’s judgment.

As the following explanations demonstrate, there exists, in some points, a considerable level of discrepancy in the case law of the different courts. Consequently, although the decision of the CJEU aimed to outline and harmonize the requirements which need to be fulfilled by both parties, open questions remained which were answered in a different manner by the national courts.

In the following, we will set out FAQs aimed to answer the typical questions which arise when a company is confronted with infringement allegations in the context of SEPs. These FAQ shall only be a very first guidance on how to react when receiving an infringement allegation from an SEP owner, but can certainly not substitute a detailed analysis of the circumstances in the specific case.

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